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Plastikeimer, von innen mit verschiedenen Motiven graviert
155 x 150 x 185 cm
 Erster
Zephir: Was flatterst du so müßig hier im Rosenbusch?
Komm, fliege mit mir ins schattige Tal; dort baden Nymphen sich
im Teich.
Zweiter Zephir: Nein ich fliege nicht mit dir. Fliege du zum Teich, umflattere
deine Nymphen; ein süßes Geschäft will ich verrichten. Hier kühl´ ich
meine Flügel im Rosentau, und sammle liebliche Gerüche.
Erster Zephir: Was ist denn dein Geschäft, das süßer ist, als
in die Spiele froher Nymphen sich zu mischen?
Zweiter Zephir: Bald wird ein Mädgen hier den Pfad vorübergehn, schön
wie die jüngste der Grazien. Mit einem vollen Korb geht sie bei jedem Morgenrot
zu jener Hütte, die dort am Hügel steht; Sieh, die Morgensonne glänzt
an ihr bemoostes Dach; dort reichet sie der Armut Trost, und jeden Tages Nahrung;
dort wohnt ein Weib, fromm, krank und arm; zwei unschuldvolle Kinder würden
hungernd an ihrem Bette weinen, wäre Daphne nicht ihr einzig Trost. Bald
wird sie wiederkommen, die schönen Wangen glühend, und Tränen
im unschuldvollen Auge; Tränen des Mitleids, und der süßen
Freude, der Armut Trost zu sein.
Hier wart ich, hier im Rosenbusch, bis ich sie kommen sehe: Mit dem Geruche
der Rosen, und mit kühlen Schwingen flieg ich ihr dann entgegen; dann
kühl
ich ihre Wangen, und küsse Tränen von ihren Augen. Sieh das ist mein
Geschäft.
Erster Zephir: Du rührst mich: Wie süß ist dein Geschäft!
Mit dir will ich meine Flügel kühlen, mit dir Gerüche sammeln,
mit dir will ich fliegen wenn sie kömmt. Doch sieh, am Weidenbusch herauf
kömmt sie daher; schön ist sie wie der Morgen; Unschuld lächelt
sanft auf ihren Wangen, voll Anmut ist jede Gebärde. Auf, da ist sie, schwinge
deine Flügel; so schöne Wangen hab ich noch nie gekühlt!

Text: Salomon Geßner "Die Zephyre"
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